Rezept für die „Grüne Neune“ und Frankfurter Grüne Sauce

Wie wäre es diesen Gründonnerstag mit einer traditionellen Kräutersuppe aus neun verschiedenen Kräutern? Bereits unsere Vorfahren aus vorchristlichen Zeiten kochten zu Frühlingsbeginn die bekannte Neunkräutersuppe. In ihr soll die geballte Kraft des Frühlings stecken! Sie strotzt vor Mineralstoffen und Vitaminen. Sehr köstlich finde ich auch die klassische deutsche Alternative: die Frankfurter Grüne Sauce. – Beide Rezepte findest du etwas weiter unten.

Weshalb 9 Kräuter?

Die Zahl Neun war früher den Vegetationskräften zugeordnet. Bei Kräuteranwendungen wurde daher häufig mit der Zahl Neun gearbeitet. So banden die Bauern in die Kräuterbüschel, die sie traditionell zu Maria Himmelfahrt weihen ließen, immer 9 oder 99 Kräuter. Diese Büschel stellten die Hausapotheke für den Winter dar, in dem sie keine frischen Kräuter ernten konnten.

Im Frühjahr, rund um die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche, feierten unsere heidnischen Vorfahren den Frühlingsbeginn mit verschiedenen Tänzen und Ritualen. Sie freuten sich, dass der Schnee endlich geschmolzen war und dass die Vegetation ihnen wieder stärkende Wildkräuter zu Verfügung stellte. Die jungen Triebe der heimischen Kräuter wurden in diversen Speisen verarbeitet. Sie halfen Ihnen, die Frühjahrsmüdigkeit zu vertreiben, die aufgrund der eher nährstoffarmen Ernährung über den Winter auftrat. Nach der Christianisierung wurde diese Tradition im Zuge des Osterfestes weitergelebt. Von da an gab es traditionell die Gründonnerstagssuppe aus neun frischen Kräutern oder Spinat als grüne Speise.

Welche Kräuter verwende ich?

Welche neun Kräuter in der Gründonnerstagssuppe tatsächlich verwendet wurden ist nur teilweise überliefert. Es variiert auch von Region zu Region. Am besten verwendest du einfach die Kräuter, die dir gerade zur Verfügung stehen. Typischerweise gehören Kräuter wie Giersch, Scharbockskraut (vor der Blüte), Gundelrebe, Brennnessel, Vogelmiere, Gänseblümchen, Löwenzahn, Wegerich oder

Neunkräutersuppe

Neunkräutersuppe

Taubnessel in die Neunkräutersuppe. Diese Kräuter regen unseren Stoffwechsel an und helfen dem Körper bei seiner natürlichen Entgiftung im Frühjahr. Wildkräuter strotzen außerdem vor Vitaminen und wichtigen Mineralstoffen wie Kalzium, Eisen, Magnesium, Kalium und Natrium. Die Brennnessel enthält zum Beispiel um einiges mehr Eisen als der bekannte Spinat und sogar bis zu neunmal mehr Vitamin C als Glashaussalat.
Wenn du nicht so viele Wildkräuter bei der Hand hast, kannst du einfach Küchenkräuter wie Petersilie, Liebstöckel, Schnittlauch, Basilikum, Kresse, Zitronenmelisse, Kerbel, Dille und Thymian verwenden.

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Rezept Neunkräutersuppe

Zutaten für 4 Portionen

  • 100 g von 9 verschiedenen Kräutern: zum Beispiel Vogelmiere, Brennnessel, Bärlauch, Löwenzahn, Taubnessel, Giersch, Schafgarbe, Gundelrebe, Gänseblümchen, Petersilie, Schnittlauch, Dille, Basilikum, Kresse, Liebstöckel usw..
  • 100 g Spinat
  • Etwas Pflanzenöl
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 L Gemüsebrühe
  • 4 EL Dinkelmehl
  • 60 ml Sauerrahm
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Zitronensaft zum Abschmecken.

Die Kräuter gut waschen, abtropfen und klein hacken. Eine kleine Zwiebel hacken und in einem

Kräuter für die Neunkräutersuppe

Wildkräuter für die Suppe

guten Pflanzenöl andünsten. Dinkelmehl dazu geben und unter Rühren leicht anbräunen lassen („Einbrenn“ machen). Mit der Gemüsebrühe aufgießen und glatt rühren. Zwei Drittel der Kräuter und des Spinats dazu geben und aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und 5 Minuten ziehen lassen. Mit dem Pürierstab pürieren, mit den restlichen Kräutern, etwas Sauerrahm und den Gewürzen abschmecken.

Rezept Frankfurter grüne Sauce

Für die grüne Sauce verwendet man traditionell 7 verschiedene Kräuter. Sie schmeckt köstlich zu Pellkartoffeln, gekochtem Rindfleisch oder Lachs.

  • 7 Kräuter (Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch, Bärlauch, Löwenzahn, Taubnessel, Giersch, Schafgarbe, Gundelrebe)
  • 1 EL Essig
  • 2 EL Öl
  • 1/4 Liter Sauerrahm = Saure Sahne
  • 150 g Joghurt
  • Salz und Pfeffer
  • 4 hart gekochte Eier

Grüne Sauce

Alle Kräuter gut waschen, abtropfen lassen und fein hacken. Die hart gekochten Eier ebenfalls fein hacken. In einer Schüssel den Sauerrahm (Saure Sahne) mit dem Öl, Essig und Joghurt verrühren. Die gehackten Kräuter und Eier unterheben und verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Man kann die hart gekochten Eigelbe auch auslösen, durch ein Sieb streichen, zunächst mit Öl verrühren und erst dann alle anderen Zutaten zugeben.

Gutes Gelingen & Bon appétit

Franziska