So viel Tolles steck in der Volgelmiere!
Als ich dieses grüne Pflänzchen zum ersten Mal nach Hause brachte, um es in meine Salat zu geben sah mich mein Bruder völlig verdutzt an. „Warum isst du ein Acker-Unkraut?“ frage er mich. – Wenn die Menschen wüssten, was alles in dieser Pflanze steckt würden sie sie vermutlich als Gemüse anbauen statt sie als „Unkraut“ zu jagen.
Die Vogelmiere (Stellaria media) strotzt vor Mineralstoffen. Sie enthält besonders viel Vitamin C, Eisen und Kalium. Ihre Eigenschaften sind unter anderem stoffwechselanregend, harntreibend, schleimlösend bei Husten und Erkältungen, entzündungshemmend und juckreizlindernd bei diversen Hautproblemen und sogar antiviral. Sebastian Kneipp schätzte sie vor allem als gutes Mittel gegen Husten.
Nutzung in der Küche & wo man die Vogelmiere findet
Die jungen Blätter der Vogelmiere schmecken einfach köstlich, nach jungen Maiskölbchen. Sie lässt sich das ganze Jahr in der Wildkräuterküche einsetzen, sogar im Winter solange es frostfrei ist. Die gesamte Pflanze ist essbar. Man verwendet die Vogelmiere immer frisch, da sie durch Trocknen wertvolle Inhaltsstoffe verliert. Klein geschnitten kann man sie in Salaten, Pestos, Dips, Aufstrichen, Smoothies und als Topping für diverse Speisen (Spaghetti, Gemüse, Kartoffel, Suppen) verwenden.
Man findet die Vogelmiere in Gärten, auf Wegrändern, Feldern, auf Wiesen oder in den Weinbergen. Sie mag stickstoffreiche Böden und gedeiht dort sehr üppig.
So erkennt man die Vogelmiere
Die Vogelmiere bildet am Boden entlang wachsende Pflanzenteppiche. Ihre Blätter sind eiförmig und spitz zulaufend. Die Blätter stehen sich jeweils paarweise gegenüber am Stängel. Die Blüten haben 5 kleine weiße Blütenblätter (Kronblätter), die jeweils so tief eingeschnitten sind, dass es beinahe so aussieht, als wären es eigentlich 10 Blütenblätter.
Das wichtigste, unverwechselbare Erkennungsmerkmal der Vogelmiere ist eine einseitige, einzelne Haar Reihe am Pflanzenstängel. Anhand dieser einreihigen Behaarung kann man die Vogelmiere von allen anderen Pflanzen unterscheiden. Lediglich die großblütige Vogelmiere besitzt ebenfalls diese einzelne Haar Reihe. Sie ist ebenfalls essbar. Sie hat kleine, weiße, sternförmigen Blüten und ist sehr weit verbreitet.



Mögliche Verwechslung
Die Vogelmiere kann mit anderen Stenmieren verwechselt werden. Sie sind alle ungiftig.
Sie kann auch mit Hornkräutern (Cerastium-Arten) verwechselt werden. Die Hornkräuter sind jedoch stärker behaart. Ebenfalls möglich ist eine Verwechslung mit dem seltener vorkommenden, giftigen Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis), der vor seiner Blüte der Vogelmiere sehr ähnlich sieht. Er blüht orange (sehr selten blau) und es fehlt die für die Vogelmiere typische einzelne Haar-Reihe.


Idealer Sammelzeitpunkt
Das ganze Jahr über sammelt man die frische Pflanze. Die gesamte oberirdische Pflanze ist essbar und wird immer frisch für die Herstellung von Hausmitteln wie Salben oder Tee genutzt.
Rezepte
Vogelmierentee für die Frühjahrskur
Frische Vogelmiere, Löwenzahn und Brennnesselblätter zu gleichen Teilen kombinieren, klein schneiden, mit heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Mehrmals täglich möglichst ungesüßt trinken. Eine Kur dauert 3-6 Wochen.
Vogelmieren Smoothie “Frühlings Vitalkraft Booster”
In dieser Kombination nimmt man eine gute Ladung wertvoller Vitamine und Mieralstoffe zu sich. Den Smoothie immer möglichst kurz nach dr Zubereitung trinken.
2 Had voll frische Vogelmiere, 1 Hand voll frische kleine Brennnesselblätter, 1 Apfel, 2 Bananen, 100 ml Wasser, 100 ml Orangensaft in einem starken Mixer zu einem cremigen Smoothie verarbeiten.
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Haftungsausschluss:
Jede Anwendung der hier genannten Rezepte muss im Vorfeld mit einem Arzt abgeklärt werden. Die Anwendung von Heilpflanzen ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Die Autorin übernimmt keine Verantwortung für mögliche folgen einer Anwendung. Nicht für Schwangere, stillende Mütter und Kleinkinder geeignet.
