Zistrosen gehören zu den typischen Sträuchern der Macchia, der Mischvegetation im Mittelmeerraum. Sie lieben warmes Klima und karge Böden. Sie blühen in verschiedenen Farben von weiß bis rot und duften aromatisch. In ihrer Heimat nutzt man sie bereits seit der Antike als Heilpflanze und in der Kosmetik. Heute verwendet man sie innerlich und äußerlich gegen unzählige Beschwerden, denn sie wirken antibakteriell, antiviral, pilzhemmend, gegen Entzündungen, antioxidativ und unterstützen unsere Abwehrkräfte. Der Grund dafür sind die in ihren Blättern enthalten ätherische Öle, Harze und vor allem die extrem hohe Menge an Polyphenolen, jenen Stoffen, die uns vor diversen Krankheitserregern schützen, sogar vor Viren bis hin zum gefürchteten Influenza (Grippe) Virus. Von den über 20 verschiedene Zistrosen Arten nutzt man als Heilmittel vorrangig die Graubehaarte Zistrose, Cistus incanus. Man wendet sie entweder als Tee oder in Form von Lutschtabletten an.

Zistrose Wirkung

Wirkungsweise der Zistrose

Die Zistrose ist eines der besten Kräuter, um einer Erkältung vorzubeugen. Einerseits wirken die Inhaltsstoffe der Zistrose generell stärkend auf den Körper und unterstützen somit unser Immunsystem. Andererseits wirken die wertvollen Inhaltsstoffe der Zistrose lokal im Rachenraum, wo die meisten Infektionen entstehen. Die enthaltenen Polyphenole verhindern, dass die Krankheitserreger in die Körperzellen eindringen und können somit die Erkältung abwehren. Das Beste daran ist, dass bei der Anwendung der Zistrose nicht zur Bildung von resistenten Viren kommt. Außerdem ist die Zistrose völlig frei von Nebenwirkungen. (Schwangere, stillende Mütter und Kinder unter einen Jahr sollten die Zistrose jedoch meiden.)

Zistrose Wirkung Grippeschutz
Foto: pierbok auf pixabay.com

Anwendung der Zistrose

Um einen optimalen Schutz vor Erregern zu erreichen verwendet man die Zistrose am besten lokal im Mund und Rachen als Lutschtpastille oder Spray. Zusätzlich dazu kann eine Teekur zur allgemeinen Stärkung der Abwehrkräfte beitragen. Dazu trinkt man drei Tassen Zistrosentee pro Tag während Zeiten mit hoher Ansteckungsgefahr. Man kann den Zistrosentee auch mit anderen Immunkraft stärkenden Kräutern kombinieren, z.B. Lindenblüten, Hagebutten, Holunderbeeren, Griechischer Bergtee, Lapacho, Sanddorn, Salbei oder Löwenzahn.

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Zubereitung Zistrosentee

1 Teelöffel getrocknetes klein geschnittenes Kraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, abseihen und trinken.

Zistrosen Bonbons kaufen oder selber machen

Fertige Zistrosen Lutschpastillen gibt es bereits von mehreren Anbietern zu kaufen. Achte beim Kauf auf entsprechende (Bio) Qualität und die richtige Zistrose (Cistus incanus). Alternativ stelle ganz einfach deine eigenen Kräuterbonbons mit Zistrose her. Die sind richtig köstlich. Wie es geht erfährst du in diesem Blog Artikel.

Kräuterbonbons selber machen

Weitere Anwendungsgebiete der Zistrose

Zusätzlich zur Vorbeugung von Erkältungen wird die Zistrose traditionell für eine Fülle von Anwendungen genutzt. Die Zistrose hat eine blutstillende und zusammenziehende Wirkung. Daher nutzt man sie äußerlich als Wundheilmittel in Form von Kompressen, Salben oder als Wundspray. Das Zistrosen Pflanzenwasser (Hydrolat) wird als Erste Hilfe direkt auf kleine Schnittwunden aufgebracht. Es hilft aber ebenso gut gegen juckende, entzündliche Haut und Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Ekzeme. Es stillt den Juckreiz und wirkt wundheilend. Auch bei Entzündungen im Mund kann die Zistrose gut helfen. Man spült einfach mit dem Zistrosentee.

Außerdem sagt man der Zistrose nach, dass sie in der Lage ist, schädliche Schwermetalle im Körper abzuwehren. Ähnlich wie bei den Krankheitserregern sollen hier die Polyphenole der Zistrose ebenfalls als eine Art Schutzschild wirken.

Wusstest du?

Da die Zistrose antioxidativ wirkt gilt sie außerdem als ein Jungbrunnen, ähnlich wie der dafür bekannte Grüne Tee, nur noch wirksamer.

Zistrose Wirkung wissenschaftlich belegt

Die keim-abwehrende Wirkung des Zistrosenextrakts wurde bereits wissenschaftlich untersucht und in einer klinischen Studie* bestätigt. Sowohl in der Abwehr von Infekten der oberen Atemwege als auch während eines solchen Infekts erzielt die Zistrose eine gute Wirkung. Wenn der Infekt bereits eingetreten ist verläuft die Erkrankung wesentlich kürzer als ohne Einnahme des Zitronenextrakts. (* Studie an 190 Patienten im Jahr 2008 an der Charité in Berlin)

Zistrosen Harz – Ladanun

Das duftende Harz auf den Blättern der Zistrose heißt Ladanum. Es wird seit Urzeiten in Salben verarbeitet und spielt auch heute noch eine wichtige Rolle für die Kosmetikindustrie. Gewonnen wird das Harz mechanisch indem mit Tüchern oder Fäden bespannte Rächen durch die Zistrosen gezogen werden, auf denen sich das Ladanum sammelt.

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Haftungsausschluss: Jede Anwendung dieses Rezepts muss im Vorfeld mit einem Arzt abgeklärt werden. Die Anwendung von Heilpflanzen ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Die Autorin übernimmt keine Verantwortung für mögliche folgen einer Anwendung. Nicht für Schwangere, stillende Mütter und Kleinkinder geeignet.