5 Wildkräutersamen für die Gesundheit und Küche.

Im Herbst reifen die Samen vieler Wildkräuter heran und bieten eine köstliche und gesunde Bereicherung für unseren Speiseplan. Hier findet ihr eine Beschreibung von 5 häufig vorkommenden Wildkräutersamen und erfahrt, wie man sie sammelt und nutzt.

Knoblauchsrauke

Die reifen Samen der Knoblauchsrauke schmecken wie Pfeffer mit leichtem Knoblauch Aroma. Tipp: Kostet sie mal direkt vom Strauch. Man sammelt die Wildkräutersamen der Knoblauchsrauke samt ihrer Schoten ab August, sobald sie schwarz und reif sind. Dann rebelt man die kleinen Samen zwischen den Fingern aus den Schoten und lagert sie kühl und trocken. Zum Würzen mahlt man sie frisch in einer Gewürzmühle und fügt das Pulver wie Pfeffer den Speisen zu.

Breitwegerich

Die Samen des Breitwegerichs lassen sich jetzt ganz einfach sammeln. Sie enthalten wertvolle Proteine und wirken positiv auf unsere Darmgesundheit. Ähnlich wie die bekannten Flohsamen, die von einem verwandten Wegerich aus dem indischen Raum stammen, wirken Breitwegerichsamen regulierend auf unsere Verdauung. Außerdem wirken sie positiv auf die Darmflora und gegen Entzündungen im Darm. Man sammelt die braunen reifen Samenstände, legt sie auf ein Papier zum Trocknen auf und rebelt dann die Samen zwischen den Händen vom Stängel. Als Ergebnis hat man die hellbraunen Samenhüllen und die kleinen dunklen Samen. Man kann Samen und Hüllen zusammen in Müsli, Salaten, Suppen usw. essen. Falls ihr nur die Samen möchtet, siebt ihr die Samen-Hüllen Mischung durch ein grobes Sieb. Bitte sammelt immer nachhaltig. Lasst genügend Samen stehen. Sie dienen als Nahrung für Vögel und Nagetiere.

Wenn du nur die Samen möchtest, kannst du die Hüllen mit einem groben Sieb entfernen. In etwas Wasser angesetzt quellen die Samen auf und bilden ein Gel, ähnlich wie Chia Samen. Diesen Effekt kann man als natürlichen Saucenbinder nutzen. Einfach gemahlene Breitwegerichsamen in die Flüssigkeit geben, die man verdicken möchte und quellen lassen.

Die Samen des Spitzwegerichs lassen sich übrigens genauso sammeln, trocknen und in der Küche nutzen.

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Brennnessel Wildkräutersamen

So wie die Blätter der Brennnessel sind auch die Brennnesselsamen sind ein richtiges Superfood. Ein stärkendes Tonikum für den ganzen Körper. Sie strotzen vor Mineralstoffen und helfen gegen Müdigkeit und bei Stress. In der kalten Jahreszeit verwende ich sie gerne um meinem Körper etwas Zusatz-Energie zu geben. Auch vorbeugend gegen Erkältungen eignen sie sich gut. Das Beste ist, dass du sie nicht teuer kaufen musst, wie manche exotische Samen. Sie lassen sich ganz einfach bei uns ernten und trocknen.

Wildkräutersamen Brennnessel

Gesammelt werden die Samenstränge der weiblichen Pflanzen. Sie sehen aus wie kleine „Würstchen“. Die beste Erntezeit ist von Ende August bis Anfang Oktober. 

In diesem Video sehr ihr, wie man Brennnesselsamen am besten sammelt.

Zu Hause legst du die Samenstränge zum Trocknen locker auf. Am besten auf ein Stück Papier, damit die Samen, die bereits heraus fallen gleich aufgesammelt werden. Ich verwende zum Trocken gerne das Gitter aus dem Backofen auf das ich ein Stück Backpapier lege. Wenn sie fertig getrocknet sind kannst du die Samen zwischen den Fingern von den Stielen rebeln und in ein Glas füllen. Kühl und dunkel gelagert sind die Samen ca. 1 Jahr haltbar.

So geht es nach dem Trocknen weiter

Hier findet ihr Rezepte mit Brennnesselsamen.

Wilde Karotte / Möhre

Die Samen der wilden Karotte schmecken intensiv aromatisch, sie erinnern geschmacklich an Petersilie, Anis und Karotte. Sie dienen als Gewürz und Vitaminquelle. Wenn die Samen schon braun sind, aber noch bevor sich der Fruchtstand wieder öffnet um die Samen frei zu geben, sammelt man die ganzen geschlossenen Dolden. Aus den trockenen Dolden rebelt man die Samen zwischen den Händen heraus. Sie eignen sich gut als Zugabe in das Kochwasser von Kartoffeln oder als Gewürz in Suppen, für Gemüse und Eintöpfe. Samen vorher im Mörser oder einer Gewürzmühle mahlen (!) oder alternativ in ein Teeei füllen und so mitkochen lassen.

Nachtkerze

Aus den Samen der Nachtkerze wird eines der kostbarsten (und teuersten) Öle überhaupt gewonnen. Es ist besonders reich an Gama-Linolensäure (8-10 %), die eine wichtige Rolle für viele Organfuktionen in unserem Körper spielt. Nachtkerzenöl ist eine Wohltat für unsere Gesundheit. Es wirkt gegen unzählige verschiedene Beschwerden: unter anderem Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Ekzeme und Schuppenflechte, Bluthochdruck, PMS, Altersdiabetes, stressbedingte Stimmungsschwankungen und zur Stärkung des Immunsystems. Nachtkerzenöl ist außerdem ein sehr wertvolles Hautpflegeöl.

Die Samen reifen in den markanten Samenkapseln heran, die sich sobald die Samen reif sind sternförmig öffnen. Man sammelt die braunen Samenkapseln und bricht sie vollständig der Länge nach auseinander um die Samen herauszuleeren. Bitte sammelt immer so, dass man nicht merkt, dass ihr gesammelt habt. Maximal 5 Samenkapsel von einer großen Pflanze, niemals alle Samenkapseln wegnehmen!

Da die Samen sehr klein sind können wir selber kein Öl daraus herstellen. Wir können die Wirkstoffe aber aufnehmen indem wir die Samen im Mörser zerreiben und dann über diverse Speisen streuen. Das ist eigentlich bei den meisten Wildkräutersamen so. Wenn wir sie vor dem Verzehr mörsern können die Inhaltsstoffe besser aufgenommen werden.

REZEPT NACHTKERZENSAMEN BUTTER

  • 1 EL Nachtkerzensamen
  • 2 EL ungeschälte Sesamsamen
  • 125 g weiche Butter oder vegane Pflanzenbutter
  • Ca. 1/2 TL Salz und etwas Tomatenmark aus der Tube

Die Nachtkerzensamen im Mörser zerreiben. Die Sesamsamen in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze anrösten bis sie anfangen zu springen. Dann die Pfanne vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Beide Samen mit der Butter vermischen und mit dem Salz und etwas Tomatenmark abschmecken.

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[Haftungsausschluss: Jede Anwendung der hier genannten Rezepte muss im Vorfeld mit einem Arzt abgeklärt werden. Die Anwendung von Heilpflanzen ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Die Autorin übernimmt keine Verantwortung für mögliche folgen einer Anwendung. Nicht für Schwangere, stillende Mütter und Kleinkinder geeignet.]